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Die USB-Einschaltverzögerung (W002) von Jochen Wienstroth steht unter einer Creative Commons: Namensnennung - Keine kommerzielle Nutzung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz. |
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Die meisten Besucher dieser Bauanleitung dürften über meine gesammelten Kangoo-Tips, und dort von der Audio-Connection-Box hier her gelangt sein. Wie ich dort schon schrieb, zickt das Gerät gelegentlich mal etwas rum, während man den Motor startet, und findet anschließend den USB-Stick in der Box nicht. Ausgesprochen lästig.
Genauere Messungen ergaben, daß während des Startvorgangs des Motors das Zubehör-Plus wie bei so vielen anderen Autos auch abgeschaltet wird, und an diesem hängt auch das Radio samt Audio- Connection-Box. Diese macht aber keinen sauberen Brown-Out-Reset und schaltet solange die Spannung nicht absolut in Ordnung ist auch den USB-Port nicht aus, so daß die +5V-Versorgung des USB-Ports der Audio-Connection-Box während des Motor-Startvorgangs fröhlich im digitalen Niemandsland zwischen 0 und +5V herumeiert. Da sich das die Erfinder der USB-Spezifikation höchstwahrscheinlich nicht so gedacht haben, gibt es dementsprechend USB-Speichersticks, die damit besser umgehen können, und solche, die damit eher schlechter umgehen können - vornehm gesagt. Deutlich gesagt: Meine USB-Sticks mögen es alle nicht und fallen nicht sauber auf die Füße. Da Renault hier keinerlei Änderung in Sicht stellt (außer kurzerhand das Radio auf Zündungs-Plus umklemmen zu lassen - dies ergab eine Anfrage offizielle Anfrage beim Kundendienst), baute ich mir eine elektronische Lösung, die relativ elegant ist.
Die USB-Einschaltverzögerung ist ein kleines Adapterplatinchen, das mit einem Stratz Silkon direkt auf die Audio-Connection-Box geklebt werden kann, und das erst ca. 10s nach Erreichen der amtlichen Toleranzgrenzen für die +5V auf dem USB-Port die Spannung auch an den eingesteckten Speicherstick durchschaltet. Nach dem Starten des Motors gibt es nun erstmal eine Fehlermeldung ("No CD"), weil das Radio zwar die Connection-Box, diese aber nicht den Stick findet, aber ich kann anschließend relativ bald wieder auf Musik vom Stick umschalten, die brav exakt an der Stelle weiterspielt, wo sie vor dem letzten Abstellen des Motors aufhörte. Bisher mußte ich häufig das Radio komplett ausschalten, deutliche Zeit abwarten, und es dann wieder einschalten, damit der eingesteckte USB-Stick auf die Füße fiel und brav seinen Inhalt preisgab.
Die Schaltung ist wie fast immer ein wenig mit Spatzen auf Kanonen geschossen - das liegt wie ebenso fast immer einfach daran, daß am einfachsten Brocken zu verwursten sind, die eh schon im Fundus sind, und die Preisfrage in diesem Falle nicht unbedingt die entscheidende Frage ist, da ich wohl eher keine xtausend Stück der Platine verkaufen werde... So sieht die recht triviale Schaltung aus:
Schaltplan Einschaltverzögerung, anklicken für größere Darstellung in eigenem Fenster !
Die komplette Dokumentation mit Schaltplan, Layout, Stückliste, Gerberdaten und CWK für Menschen,
die sich den Luxus gönnen und die Platine bei einem Poolservice bestellen wollen, findet sich
hier, die Bauteile gibt es abgesehen von wenigen Ausnahmen bei
Tante Reichelt. Wer keine Lust hat, für weniger als einen Euro bei Farnell zu bestellen, kann
problemlos improvisieren: C1 (10µF 10V) muß keinerlei bestimmte Anforderungen erfüllen und darf
entweder ein Kerko aus beliebigen Drecksmaterial wie X5R sein oder "irgendwas", was sich
noch in der Wühlkiste findet - gerne auch ein Elko, Spannungsfestigkeit egal. Wer nichts in der
Größenordnung findet, kann sich R3 ein wenig anpassen - R3*C1 ergibt die Zeitkonstante für die
Verzögerung nach Erreichen sauberer +5V. Statt 1M * 10µF tuns also auch problemlos
470k * 22µF. Es ist allerdings ratsam, eher R3 zu erhöhen und C1 zu verkleinern, wenn
sich nix passendes findet - sonst muß der LM809 sich doch arg in seinem Ausgang strecken, um
im Falle eines Powerdowns den Kondensator leerzulutschen. Tante Reichelts Ersatzvorschlag für
den LM809 wäre dort der MAX 809 LEUR - da will Tantchen aber gleich richtig viel
Geld für. Der müßte trotz anderer Spannungen prinzipiell genauso tun, ich habs allerdings
noch nicht probiert, da hier eine Rolle LM809 von National im Zugriff ist....
Absolute Minimalisten können auch mal
versuchen, K3 und D2 ganz wegzulassen und direkt #RESET (Pin2) mit VCC (Pin3) des LM809 zu
brücken, das dürfte prinzipiell auch gehen. Eventuell ist es sinnvoll, dann die Zeitkonstante
noch etwas durch Vergrößern von R3 zu erhöhen. Wer keine Lust auf SMD-Gefrickel und Platinenätzen
hat (obwohl die Platine bewußt nur einseitig ist und in den Strukturbreiten völlig harmlos),
kann sich die Schaltung natürlich auch problemlos in klassisch bedrahteter Technik auf
Lochraster aufbauen.
In diesem Falle wäre ein brauchbarer Ersatz für K2 z.B. ein BC327-40, auch bei Tante Reichelt
zu haben. Der 74HC14 heißt dann in der Bestellnummer auch 74HC14 (ohne "SMD" davor), und
die LEDs kann man natürlich auch durch was Beliebiges aus dem Wühlfundus ersetzen. Meine erste
improvisierte Schaltung hatte auch noch keine amtlichen USB-Steckverbinder, sondern einfach eine
kurze in der Mitte aufgetrennte USB-Verlängerung (50cm) als Anschluß. Ging auch problemlos.
So sieht eine schicke geätzte Platine dann im Auto aus, man kann auch gleich sehr schön den dicken Silikonstratz erkennen, mit dem das Ganze auf die Audio-Connection-Box gekleistert ist ("Niemand hat die Absicht, sich die Garantie zu ruinieren"):
Schicke Platine silikonisiert auf Box
Viel Spaß beim Bauen !
Wer Fragen hat oder Hilfe braucht kann sich gerne über die Kontaktadresse dieser
Heimatseite bei mir melden. Im Moment hab ich noch ein paar bestückte Platinen hier rumfliegen,
falls jemand des Lötkolben-Schwingens nicht mächtig ist, aber trotzdem unbedingt so ein Teil
haben möchte, wäre ich auch bereit die gegen ein "Dankeschön" welcher Art auch immer
(Hint: Es gibt auf dieser Seite diese praktische Wunschliste) herzugeben. Wer zuerst kommt, hört
zuerst Musi.
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