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Die Geocaching-Magnetbake / Reaktivlicht (W006) von Jochen Wienstroth steht unter einer Creative Commons: Namensnennung - Keine kommerzielle Nutzung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz. |
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Dem Einen oder Anderen wird eventuell nicht entgangen sein, dass ich gelegentlich mal in meiner Freizeit Dosensuchen gehe, und dass ich dabei auch eine Vorliebe für technischen Spielkrams habe. Daher treibe ich mich seit einiger Zeit auch im Elektronik-Forum der "grünen Hölle" rum und schaue mir so an, was Menschen dort so an elektronischem Zubehör zum Dosensuchen erfinden.
Mit den recht beliebten Reaktivlichtern (eine LED blinkt zurück, wenn man sie im Dunkeln mit der Taschenlampe anleuchtet) konnte ich mich irgendwie nie so wirklich anfreunden, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass ausgesprochen viele Dosensucher Freude daran haben, Morsecodes oder andere lauflängencodierte Inhalte zu zerdröseln um zur nächsten Station zu kommen. Als ich dann aber über das Reaktivlicht mit 7-Segmentanzeige fiel dachte ich mir "Das ist eine knuddelige Idee, sowas machst du auch mal".
Erste Überlegungen führten dazu, dass aufgrund der imagetechnisch ungünstigen Vorbelastung der 7Segment-Anzeigen aufgrund von übermäßigem Konsum schlechter amerikanischer Filme es wahrscheinlich gar nicht so gut ist, wenn ein unbedarfter Hundemuggel nachts irgendetwas anleuchtet und es dann im Dunkeln kryptische Zeichen in Rot zurückblinkt - und man sich anschließend mit dem Bombenräumkommando rumschlagen muss. Ausserdem funktionieren die Reaktivlichter nur im Dunkeln - und ich bin doch so überhaupt kein Nachtmensch. Daher kam sehr schnell die Idee einer Auslösung der Koordinatenanzeige, die sehr viel bewusster passieren muss, auch am Tag funktioniert, und nicht "aus Versehen" durch Unbeteiligte geschehen kann. Die Wahl fiel schnell auf einen Reedkontakt.
Ein Prototyp, der mit einem mit Portpins im Überfluss ausgestatteten Microcontroller eine 7Segmentanzeige ansteuert, war schnell improvisiert - und lag dann zwecks dienstlicher Arbeitsüberlastung erstmal reichlich lange in einer Ecke rum.
Prototyp der Geocaching-Magnetbake auf Lochraster improvisiert
Im Gegensatz zum Großteil der Meute im Geoclub-Elektronik-Forum bevorzuge ich die PICs von Microchip, daher war recht schnell klar, dass das eine komplette Eigenentwicklung wird und ich (abgesehen von der eigentlichen Idee) nicht auf irgendwelche vorhandenen Designs aus dem Forum aufsetzen werde. Der verwendete PIC16F690 ist für diese Aufgabe zwar mehr als deutlich überdimensioniert, aber bei mir gerade in größeren Mengen im Zugriff und wurde daher einfach verwendet.
Im Laufe mehrerer Monate entstand dann "immer mal nebenbei" ein Layout im Formfaktor Petling, das es dann auch irgendwann mal zu einer Bestellung im Poolservice geschafft hat. Das Layout ist bewusst auf minimale Größe und nicht auf Bestückungsfreundlichkeit gezüchtet - daher ist es auch nicht ratsam, sowas im heimischen Ätzbad selbst zu entwickeln, zu bohren, und durchzukontaktieren - das ist hochgradigst undankbar. Mit Aussenabmessungen von 35x12,4mm passen 23 Stück dieser Platinen auf einen Quadratdezimeter, das macht dann einen Stückpreis von ca. 1,50€ pro Platine, wenn man sie bei den üblichen Verdächtigen (z.B. Meggi) im langsamstmöglichen Poolservice bestellt. Dafür lohnt es sich nicht, sich selbst mit der Chemie rumzuquälen.
Nach 2 Wochen Warten (die einem wie Monate vorkommen, wenn man freudig wie ein kleines Kind auf seine selbstgelayouteteten Platinen wartet) trudelten dann auch die ersten Platinen ein, und völlig überraschend funktionierte das Alles mechanisch und elektrisch auf Anhieb.
Erstes bestücktes Muster auf echter Platine mit Geldstück zum Größenvergleich
Sofort wurde das Teil testweise in einen Petling eingebaut und mit allen möglichen im Zugriff befindlichen Magneten getestet, ob und wie gut die Auslösung klappt. Das ging alles erstaunlich dankbar, vom Lautsprecher- Magnet über den Magnetschlüssel einer Seekuh bis zum Billich-Stabmagnet von Reichelt war es fast immer problemlos möglich, die Anzeige schon auf einige cm Entfernung auszulösen:
Prototyp im Petling, ausgelöst über Reichelt Billich-Stabmagnet
Dies hier ist ein Video der Magnetbake um einen groben Eindruck zu vermitteln, wie sich das Ding so verhält - wobei dazu zu sagen ist, daß die Anzeigedauer jedes Zeichens frei konfigurierbar ist genauso wie die Pausendauer zwischen den Zeichen. Bis zu 200 Zeichen (beliebige Symbole, die man aus den 7 Segmenten plus Dezimalpunkt zusammenbauen kann) sind abspeicherbar.
"Um es mal gemacht zu haben" und damit sich wenigstens ein paar Bytes Software im riesigen Flash des Microcontrollers tummeln, hab ich dann auch irgendwann mal eine Version als Reaktivlicht bestückt und programmiert, die inzwischen auch recht gut tut. In der Software ist bestimmt noch reichlich Optimierungspotential enthalten, aber erstmal bin ich mit dem Erreichten glücklich und werde mal ein paar der Teile in der Landschaft verteilen. Die Reaktivlicht-Variante hängt indes wie so viele andere meiner Erfindungen auch draußen an meinem Balkongeländer für einen Windundwetter-Dauertest:
Reaktivlicht-Variante im Petling, Dauertest auf Balkon
Die komplette Dokumentation mit Schaltplan, Layout, Stückliste, Gerberdaten und CWK sowie Quellcode der Software im Microchip-Assemblerdialekt für Menschen, die sich den Luxus gönnen und die Platine bei einem Poolservice bestellen wollen, findet sich hier: W006_Magnetbake.zip, die Bauteile gibt es alle entweder bei Reichelt oder bei Farnell ("Conrad-Electronic für Erwachsene"). Das Ganze ist SMD0603 - also nicht unbedingt was für Ungeübte oder tatterige Alkoholiker oder Kaffee-Junkies :).
Ein paar "Features" des aktuellen Hard- und Softwarestands:
Viel Spaß beim Bauen - egal ob auf Lochraster oder mit einer geätzten Platine!
Wer Fragen hat oder Hilfe braucht kann sich gerne über die Kontaktadresse dieser Heimatseite bei mir melden. Weil schon einige Rückfragen kamen, möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass diese Lösung weder in Hardware noch in Software irgendwas mit den Reaktivlichtern aus dem Geoclub-Elektronik-Forum zu tun hat und weder vorhandene Schaltpläne noch Bauteile noch Entwicklungssysteme noch gängige Microcontroller aus dem Forum beim Aufbau verwendet werden können. Aus diesem Grunde habe ich mich auch mit der "Berichterstattung" aus den "normalen" 7Segment- und Reaktivlicht-Threads abgekoppelt und werde Support zu meiner Lösung ausschließlich per Mail oder (bevorzugt) in diesem Thread leisten.
Wer keine Lust zu ätzen oder zu löten hat, kann auch Platinen über mein angemeldetes Kleingewerbe per Rechnung mit ausgewiesener MwSt beziehen. Für Einzelstücke liegt der Preis bei 3€ pro unbestückter Leerplatine (professionell im Poolservice gefertigt) und 25€ für eine komplett bestückte und nach Wunsch vorprogrammierte 7Segment-Magnetbake mit Batterie versehen im Petling. 7Segment-Reaktivlichter (ebenso komplett bestückt, nach Wunsch vorprogrammiert und mit Batterie in einen versiegelten Petling gepackt) sind für 30€ pro Stück zu haben. Alle Preise zzgl. MwSt. und Porto bei Einzelstücken, bei Abnahme größerer Mengen können wir auch gerne über das Porto als Rabatt reden...
Da ich beim letzten Poolservice Glück hatte und mit reichlich Übermenge Platinen bedacht wurde, lassen sich Wünsche für gewöhnlich recht
schnell realisieren.
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Die Geocaching-Magnetbake / Reaktivlicht (W006) von Jochen Wienstroth steht unter einer Creative Commons: Namensnennung - Keine kommerzielle Nutzung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz. |